Einige Mitglieder der Tiernothilfe Hagen e.V. betreuen und pflegen privat und ehrenamtlich Tiere, die ansonsten nur eine sehr geringe Lobby haben. So wird neben Tauben und Streunerkatzen auch Hühnern, die aus der Massentierhaltung stammen, ein artgerechtes Leben ermöglicht. Auf Selkinghausen, dem Geschäftssitz der Tiernothilfe Hagen e.V. leben diese geschundenen Geschöpfe von der Ankunft bis zum natürlichen Tod ein huhngerechtes Leben.

Hier möchten wir Euch kurz vorstellen, wie dieses Leben aussieht.

Vor der Ankunft:

Diese Hühner haben niemals ihre Mutter (Glucke) gesehen, denn sie wurden in einem Brutkasten ausgebrütet. Direkt nach dem Schlüpfen wurden die männlichen Küken von den weiblichen Küken getrennt und nur die weiblichen Küken kamen in einen riesigen Stall mit sehr viel Einstreu, was ab jetzt nicht mehr gewechselt wird. Das Futter wurde automatisiert regelmäßig von der Decke herabgelassen. Sonne, Wind und Sand werden sie nie kennenlernen. So wachsen sie heran, verletzen sich durch die Enge gegenseitig, laufen über bereits verendete Tiere hinweg und können kaum in der mit Ammoniakdämpfen geschwängerten Luft atmen. Aber sie legen Eier und werfen Profit ab.

Nach 14 – 18 Monaten Lebenszeit werden die Hühner dann „ausgestallt“, d.h. da nun die Eierproduktion nachgelassen hat, werden sie in brutalster Weise eingefangen und in den Schlachthof verbracht. Ein leidvolles Leben findet in der Regel jetzt sein Ende.

Aber einige Eierproduzenten scheinen sich in ihrem Herzen noch einen Funken Empathie bewahrt zu haben, da sie Organisationen wie z.B. Hühnerrettung NRW die Möglichkeit geben, eine gewisse Anzahl an Hühner in ein neues schlachtfreies Zuhause zu vermitteln.

Die Ankunft:

Seit Jahren schenkt die Tiernothilfe Hagen e.V. eben diesen Hühnern ein neues Leben. In der Regel wird ein Bestand von ca. 30 – 35 Tieren betreut, dazu kommen noch 2 Warzenenten und 4 Laufenten, ebenfalls aus dem Tierschutz.

Die Hühner werden am Übergabetag an einem Sammelpunkt abgeholt, um dann umgehend in das neue Zuhause einziehen zu können. Erst jetzt, wenn sie aus den Geflügelboxen heraus gelassen werden, sieht man das Ausmaß der Mißhaltung. Neben einem kalkigen Gesicht, einem blutleeren und blassen Kamm und „toten“ Augen haben viele der Hennen wenig bis gar keine Federn. Ein Bild, was einem das Herz zerreißt.

Ausgehungert stürzen sie sich auf das bereit gestellte Futter, den Salat, das Obst und das Wasser. Viele fangen instinktiv an zu scharren und nach Würmern zu suchen. Ein gutes Zeichen. Jetzt kommt es auf die nächsten 24 – 48 Stunden an. Wenn die Lebensressourcen zu weit aufgebraucht sind, dann tut der Stress des Transportes den Rest und das eine oder andere Huhn schafft es nicht. Zum Glück kommt es aber nur sehr selten vor…denn sie wollen leben.

Das neue Zuhause:

Das Gehege sollte eingezäunt und bestenfalls eingenetzt sein und eine Größe von ca. pro Huhn 10 qm haben. Das neue Zuhause besteht aus einem Innengehege, welches eingezäunt und eingenetzt ist, so dass die Hühner tagsüber vor Fressfeinden geschützt sind. Der Hühnerstall verfügt über einen Türöffner, welcher über einen Lichtsensor gesteuert wird. Sobald die Sonne aufgeht, geht auch die Hühnerklappe auf und die Tiere können ins Freie. Eine mit Solar betriebene Lüftung bietet zusätzliche frische Luft. Das Innengehege ist mit verschiedenen Untergründen versehen wie feiner Rindenmulch, Sand und Erde. Einen Unterstand, der Schutz vor Sonne oder Regen bietet, ist ebenfalls vorhanden. Auch der zusätzliche ca. 300 qm große Außenbereich ist eingezäunt und verfügt über einige Hühnermisthaufen und Wiese, welche dann von den Enten und Hühnern abgegrast werden kann.

Sofort nach der Ankunft wird das alles neugierig erkundet. Man merkt sofort, dass jedes Huhn auch eine kleine Persönlichkeit ist. Manche Hühner sind zurückhaltend, andere wiederum forsch und neugierig. Liebenswert sind sie alle.

Da sie ihren neuen Stall, der vor Beutegreifern einen sicheren Platz zum Schlafen bietet, noch nicht kennen, müssen die Menschen solange sanft nachhelfen, bis sie nach ein paar Tagen abends den Weg in den Stall selbst finden.

Damit die Tiere gesund bleiben und Parasiten (wie z.B. die Rotmilbe) so wenig Chancen wie möglich haben, wird jeden Tag der Stall gereinigt und 1 x die Woche mit Essigwasser die Stangen und die gefliesten Wände hinter den Sitzstangen abgewaschen. Tägliches Futter und frisches Wasser ist selbstverständlich und zudem eine Extraportion Salat, Obst, Löwenzahn, ab und an gekochte Nudeln oder Pellkartoffeln.

Viele der Tierschutz-Hühner leben noch mehrere Jahre lang glücklich und zufrieden ein artgerechtes Leben.

Wenn Ihr Euch auch für Homefarming, insbesondere Hühnerhaltung, interessiert, dann sprecht uns an. Wir beraten euch gerne.

Kontaktdaten:
Hühnerprojekt der Tiernothilfe Hagen e.V.
Frank Pieper
kontakt@tiernothilfehagen.de

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